Die Opfer

Häftlingsgruppen

Das Kennzeichnungssystem der Häftlingsgruppen systematisierte der SS-Offizier Loritz. Es waren kleine Dreiecke aus Stoff, so genannte Winkel, die auf die Häftlingsuniform genäht wurden. Die Hauptgruppen unterschieden sich durch die Farbe der Dreiecke. Zusätzlich bekam jeder Inhaftierte eine Nummer auf die Kleidung genäht. Bei den Häftlingsnummern lief die erste Serie von Nr. 1 bis 37.575 vom 22. März 1933 bis zum 31. März 1940. Die zweite Serie lautete Nr. 1 bis 161.896, beginnend vom 1. April 1940 bis zum 28. April 1945.

Häftlinge

Insgesamt waren etwa 200.000 Häftlinge in Dachau inhaftiert. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie Bürgermeister, Kommunalpolitiker oder Reichstagsabgeordnete aller Parteien. Viele Verleger von Zeitungen und Zeitschriften fanden sich in der Häftlingsliste, ebenso bekannte – und damit einflussreiche – Schriftsteller und Adelige. Auch andere, medienwirksam einflussreiche Berufe waren betroffen: Musiker, Komponisten und Juristen. Eine weitere Sonderstellung des Lagers war, dass ab Ende 1940 sämtliche, bereits in anderen KZ inhaftieren Geistlichen verschiedener Konfessionen nach Dachau verbracht und im dortigen Priesterblock inhaftiert wurden.

Todesopfer

Die erhalten gebliebenen Dokumente der Standesämter und des nach Kriegsende eingerichteten Standesamts des Internationalen Suchdienstes (ITS) belegen schriftlich 32.009 Sterbefälle. Jedoch muss beachtet werden, dass das lagereigene Standesamt Todesfälle nur bis zum 20. April 1945 dokumentierte. Viele Dokumente vernichtete die SS, auch dokumentierte sie nicht sämtliche Todesfälle und Morde, beispielsweise exekutierte die SS sowjetische Kriegsgefangene. Kurz vor der Befreiung kam es bei den Häftlingsmärschen aus dem Lager zu zahlreichen Toten, die ebenfalls nicht amtlich registriert wurden. Die heutige historische Forschung geht von etwa 41.500 Todesopfern aus.

 

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