Das Konzentrationslager Dachau

Sehr lange Zeit standen Außenlager nur am Rande des Interesses historischer Forschungen. Die heutigen Forschungen sind durch die geringe Zahl noch lebender Augenzeugen erschwert. Die Gefangenen dieser Lager mussten nicht nur das Lager selbst bewirtschaften, sondern auch zahlreiche andere Arbeiten verrichten: sie arbeiteten in SS-eigenen Handwerksbetrieben, im Straßenbau, in Kiesgruben und bei der Kultivierung von Mooren, ab 1939 für die Rüstungsindustrie. Ab 1942 entstanden zahlreiche Außenlager, in denen etwa 37.000 Häftlinge arbeiteten. Ab März 1944 sollten vor allem Kriegsgefangene aus Osteuropa riesige unterirdische Komplexe errichten, um die deutsche Rüstungsproduktion unterirdisch weiterzuführen.
Arbeitseinsätze außerhalb des Lagers konnten sich auf einzelne Personen beschränken, aber auch tausende Häftlinge umfassen. Externe Einsätze wurden als Außenkommandos bezeichnet, wenn Häftlinge an der Arbeitsstelle auch eine Unterkunft hatten. Als Außenlager oder Nebenlager wurden Lager bezeichnet, die aufgrund ihrer Größe SS-Lagerführer und Häftlingsfunktionäre hatten.
In kleineren Außenkommandos hatten Häftlinge nicht nur durch ausreichende Kost bessere Überlebenschancen als im Hauptlager. Als Folge des stetigen näheren Kontakts verringerten sich brutale Übergriffe des SS-Personals. Die hygienische Ausstattung im Außenlager war oftmals unzureichend und die Arbeitsbedingungen in großen Nebenlagern waren schwieriger als die im Hauptlager Dachau. Die Häftlinge arbeiteten beispielsweise bei Zeppelin-Werke, Messerschmitt (Düsenjäger), BMW-Werk II für Flugzeugmotoren (Außenlager Allach), Dornier-Werke, Agfa-Kamerawerk, Firma Sachse (Flugzeugpropeller), Firma Präzifix (Schrauben), Dynamit AG, Firma Magnesit, Firma Kimmel (Funkmessgeräte), Bauarbeiten Flughafen München-Riem, Reichsbahn-Aufräumkommando oder bei der Bombenentschärfung. Allein in elf Außenlagern bei Landsberg am Lech arbeiteten 30.000 Häftlinge. Ende April 1945 wurden diese Lager, unter ihnen Schwabmünchen/Kaufering IV, vor den heranrückenden Truppen evakuiert und die Gefangenen mit Zügen oder auf Todesmärschen an andere Stellen geschafft. Die Außenlager wiesen kein einheitliches Erscheinungsbild auf. Mit 169 Außenkommandos war Dachau das am weitesten verzweigte Lager des nationalsozialistischen Regimes.


Die Liste der Außenlager des Konzentrationslagers Dachau beinhaltet Außenlager, auch Außenkommandos genannt, des Konzentrationslager Dachau. Es war mit 197 Außenlagern das am weitesten verzweigte KZ. Von diesen 197 unterstanden 188 nur dem Lager Dachau. In 169 Lagern wurden ausschließlich männliche, in 24 Lagern ausschließlich weibliche Häftlinge gefangen gehalten. Im damaligen Sprachjargon wurden mit Außenkommando jene Arbeitseinsätze bezeichnet, bei denen Häftlinge außerhalb des Lagers Dachau untergebracht waren. Auch gab es KZ-Kommandos, die abends wieder ins Lager Dachau zurückgeschickt wurden um dort zu nächtigen. Als Außenlager oder Nebenlager wurden meist jene Außenlager betrachtet, die einen SS-Lagerführer sowie Funktionshäftlinge, z.B. Blockälteste oder Lagerälteste, hatten. Einige dieser Außenlager wurden in späteren NS-Dokumenten auch als Arbeitslager bezeichnet.

 

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